Ein zentrales Element bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter ist das Interview. Manche Bewerber, aber auch Interviewer bezeichnen ein solches Jobinterview als eine Qual – weshalb?

Für die Bewerber entsteht der Eindruck einer Art Prüfungssituation, bei der die Unsicherheit dominiert. In der Folge sind einige ausgesprochen aufgeregt, was natürlich sofort auffällt und zu unterschiedlichen Konsequenzen führt. Andere verhalten sich dagegen ganz gegenteilig, fast schon arrogant gleichgültig. Allerdings fällt auch dieses Verhalten sofort auf.

Für Interviewer und natürlich auch HRler oder Recruiter ist ein Interview meist ähnlich. Viele sind aufgeregt, oder arrogant, allerdings mit anderen Motivationen als die Bewerber. Bei den Interviewern ist meist fehlendes Wissen, fehlende Routine und der fehlende Respekt vor dem Bewerber die Ursache für eine falsche Einstellung, die schließlich ein durchschnittlich geführtes, meist schlechtes Interviews ergibt.

Was sind also die sinnvollsten Strategien für Bewerber?

In erster Linie sollte die Einstellung, die richtige sein. Ein Interview ist keine Prüfungssituation, sondern eine Evaluation. Es geht darum, ob die Konstellation zwischen Bewerber und Team passen kann. Wichtig dabei bleibt: Es sollte besser nichts passend gemacht werden! Eine Konstellation, die nicht matched, wird das auch später nicht.

Entsprechend wichtig ist die authentische Verhaltensweise. Ein Schauspiel bringt definitiv nicht den gewünschten Erfolg. Und selbst wenn der Interviewer jung und unerfahren ist, wird man im Laufe des Prozesses mit anderen sprechen. Spätestens dann wird das unechte Verhalten zu dem schnellen Ende des Evaluationsprozesses führen.

Was ist die beste Einstellung für den Interviewer?

Respekt, Vorbereitung, Wertschätzung. Jeder Kandidat investiert Zeit in ein Gespräch und hat damit eine ordentliche Vorbereitung des Interviewers mehr als verdient. Insofern sind Fragen, die eine Beschreibung des eingereichten Lebenslaufs zur Folge haben, alles andere als Wertschätzend! Den Lebenslauf sollte der Interviewer im Vorfeld gelesen haben. Das kann ein Bewerber mindestens erwarten.

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